Museumsbahnhof Dorfmuseum Mönchhof
Museumsbahnhof Dorfmuseum Mönchhof

Der Bahnhof - eine Außenstelle des Dorfmuseums


Seit 1873 verkehrt die Raaber Bahn zwischen Österreich und Ungarn. Auch während des "kalten Krieges" war dies der Fall. Heute teilen sich Österreich und Ungarn deren Besitz unter dem Namen "Györ-Sopron-Ebenfurti Vasut Reszvenytarasag - Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn Aktiengesellschaft". Die Teilstrecke der Neusiedlerseebahn, an der Mönchhof liegt, wurde 1879 in Betrieb genommen. 2005 wurde sie elektrifiziert und auf zweigleisigen Betrieb umgestellt. Dies machte auch eine Erhöhung der Gleisanlagen und eine Verlegung des Bahnhofes um knappe hundert Meter nötig. Der ursprüngliche, noch aus der Monarchie stammende Mönchhofer Bahnhof hatte somit seine Funktion verloren.


Museumsbahnhof Dorfmuseum Mönchhof

Der alte, nunmehr leerstehende Bahnhof und das ihn umgebende Areal konnten nach langwierigen Verhandlungen für das Museum als Außenstelle erworben werden.

Im Bahnhofsgebäude selbst ist im ehemaligen Warteraum eine ständige Dokumentation zur Neusiedlerseebahn untergebracht.

Das große hölzerne Bahnmagazin wurde vom Bahnhof Pamhagen abgebaut, nach Mönchhof transloziert und beherbergt nun einerseits ehemals notwendige Arbeitsgeräte und Werkzeug zum Betrieb der Bahn, andererseits aber auch Güter, die per Bahn verfrachtet wurden: Eiskästen, Fässer, Weinpumpen, Maschinen (z. B. für eine Tischlerei), Pakete etc., ja sogar ein Feuerwehrwagen samt Zubehör.

Auf Schienen stehen ein Schotterwagen, ein Schotter"stopfer" und ein Personenwaggon, in dem man sich wie anno dazumal fühlen kann: im Winter kalt, außer man hatte einen Sitzplatz beim Ofen ergattert, im Sommer stickig heiß, viele Menschen mit Koffern, Pinkeln, Körben und Netzen, fallweise auch kleine Hühner für den Verkauf auf dem Neusiedler Wochenmarkt ...

Der nächstfolgende Güterwaggon ist mit Transportmitteln bestückt, welche an die üblicherweise von den Gutshöfen zur Raaberbahn führenden Schmalspurbahnen erinnern sollen. Sie dienten dem rascheren Transport von Milch, Rüben, Getreide zur besseren Versorgung der Großstadtbevölkerung. Jahrzehntelang wurden die kleinen Wagonetts nur von Pferden gezogen. In den späten 1950er Jahren fanden sie ihr Ende. Auch ein Modell der legendären Neusiedler Kleinbahn, die von den Badegästen zwischen 1928 und 1938 zwecks rascherem Transport zum Seeufer benutzt wurden, ist ausgestellt.

Im dritten Waggon, einem Viehwaggon ist der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus dem Heideboden nach 1945 gedacht. Tausende mussten allein aufgrund ihrer Sprachzugehörigkeit oder aber auch aus politischer Zugehörigkeit zu einem NS-Verband ihre Häuser und Wirtschaften verlassen. Die meisten lebten noch Wochen und Monate in zwangsrekrutierten Unterkünften in Ungarn, doch letzten Endes wurden sie deportiert: vorwiegend nach Deutschland, in die Gegend um Stuttgart und Würzburg.

Etwas versteckt unter der Rampe befindet sich noch ein "Schrauber", eine auf Gleisen fahrbare Maschine, mit deren Hilfe die Schrauben an Schwellen und Sonstigem kontrolliert, nachgezogen oder auch gelockert werden konnten.

Der gesamte Museums-Bahnhof ist als eine Einheit zu begreifen, der beispielgebend für alle Bahnhöfe der Raaber Bahn steht, jener gewichtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebensader im Seewinkel bzw. Heideboden.